31. März 2017

Praxismodul

 

Das Praxismodul besteht aus einem Praktikum und einem dazugehörigen Praktikumsbericht sowie einer mündlichen Präsentation. Die Praktikumstelle wird von der ENA oder der BAköV vermittelt, je nachdem, ob das Praktikum in Deutschland oder in Frankreich stattfinden soll. Das Praktikum dauert neun Wochen. Eine Betreuungsperson (Maître de stage) begleitet die Arbeit des Praktikanten bzw. der Praktikantin. Während dieser Zeit sollen die in den Kursmodulen vermittelten Kenntnisse zum europäischen und interkulturellen Regieren durch aktive Mitarbeit und eigene Praxiserfahrung ergänzt werden.

Zusammen mit der Einschätzung durch die Betreuungsperson dient der Praktikumsbericht als Grundlage für die Gespräche mit der Praktikumsjury und wird somit für die Vergabe der Endnote des Praxismoduls berücksichtigt.

Das Praktikum wird jeweils mit einer deutschen und einer französischen Note bewertet. Entsprechend erfolgt die Benotung durch die Praktikumsjury mit Bezug auf den Praktikumsbericht, die Präsentation und die Einschätzung durch die Betreuungsperson.

 

“Seit dem 8. Januar 2018 absolviere ich ein Praktikum im französischen Innenministerium in Paris bei der Generaldirektion “Ausländer in Frankreich”, konkret: der Unterabteilung “Empfang und Begleitung von Ausländern” (SDAAE). Ich hatte mich bei der Unterabteilungsleiterin Frau Agnes Reiner beworben, da mich das Thema Integration, Migration und Flüchtlinge sehr interessiert und ich mich bereits im Rahmen der MEGA-Gruppenarbeit mit der Problematik über die Herausforderungen der Integration von Erst-Ankömmlingen/Migranten befasst hatte. Ich wurde in der Unterabteilung herzlich empfangen, allen Kolleginnen und Kollegen vorgestellt und gut in den Arbeitsprozess integriert. Die Beschäftigung von Praktikanten ist bei der SDAAE durchaus üblich. Zu meinen dortigen Aufgaben gehört es u. a., ein kleines Taschenwörterbuch für Erstankömmlinge zu entwerfen. Ich habe während meines Praktikums einen guten Einblick in den Arbeitsalltag eines französischen Ministeriums erhalten, angefangen von den in Deutschland abweichenden Arbeitszeiten (9:30 Uhr bis 18:00-19:00 Uhr), das gemeinsame etwa einstündige Mittagessen in der Kantine und das gemeinsame Zusammensein am Abend nach Dienstende. Das Praktikum ist für mich eine sehr interessante Erfahrung und ich erlebe es als eine Bereicherung meines deutsch- französischen Masterstudienganges MEGA.”

Claudia Becker, MEGA 9, Deutschland (Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (DGZ), Berlin)

 

“Mein MEGA-Praktikum findet in der Abteilung 24 – Politikfeld gleichgeschlechtliche Lebensweisen und geschlechtliche Vielfalt statt (LGBTI*) (LGBTI* = Lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell und intersexuell.). Dieses Amt stützt sich bei seiner täglichen Arbeit auf den Koalitionsvertrag des Landes. Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt es sich mit der Prävention von Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und seit 7 Jahren mit der Prävention von Diskriminierung von LGBTI*-Personen (einschließlich der Diskriminierung von Trans*- und Inter*-Personen) im Land. Diese Aktion beschließt seit 2010 im Rahmen der Empfehlung CM/Rec (2010)5 des Ministerkomitees an die Mitgliedstaaten des Europarates Maßnahmen zur Bekämpfung von Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Ausrichtung oder der geschlechtlichen Identität. Die Beobachtung des Funktionierens einer Ministerialverwaltung auf Landesebene und der Umsetzung einer europäischen Menschenrechtspolitik in Deutschland ist eine persönliche und fachliche Bereicherung. Dies ermöglicht die Wiedereinführung öffentlicher Maßnahmen in einem europäischen Kontext und gibt mir sehr konkrete Vorstellungen von Verwaltungspraktiken, die sich besser mit meinem täglichen Leben als Jugend- und Sportinspektorin in Frankreich vereinbaren lassen.”

Cécile Langeois, MEGA 9, Frankreich (Departement-Direktion für sozialen Zusammenhalt und Schutz der Bevölkerung (DDCSPP))

 

“Das Commissariat à l’énergie atomique et aux énergies alternatives (CEA) ist ein wichtiger Akteur in der französischen Forschung und Entwicklung. Es beteiligt sich aktiv an den strategischen Ausrichtungen der öffentlichen Politiken. Das Technology Research Directorate (DRT) mit Sitz in Grenoble ist auf den Transfer innovativer Technologien aus der Wissenschaft in die Industrie spezialisiert. Insbesondere im Kontext der Innovation für den Energiewendeprozess spielt der DRT daher eine große Rolle. Im Rahmen der deutsch-französischen Zusammenarbeit bemüht sich das DRT aktiv um einen Überblick über die Organisation der Energieforschung in Deutschland, um neue Partner zu identifizieren, die komplementäre Ansätze zur Entwicklung technologischer Lösungen für energiepolitische Herausforderungen vorschlagen.In diesem Zusammenhang ermöglichte mir mein MEGA-Praktikum beim stellvertretenden Direktor für Strategische Leitung, dem DRT eine kohärente Vision der komplexen Zusammensetzung und Organisation der deutschen Energieforschung zu vermitteln. Die hierbei auf deutscher Seite geknüpften Kontakte haben bereits den Grundstein für neue Kooperationsprojekte, insbesondere mit dem Max Planck Institut, gelegt.”

Dr. Cyriac Massué, MEGA 9, Deutschland (Institut Fritz-Haber de la société Max Planck, Berlin)