Denken und Arbeiten in europäischen Strukturen

Die Aus- und Fortbildung angehender Führungskräfte in der Öffentlichen Verwaltung ist in den meisten europäischen Staaten noch immer auf nationaler Basis organisiert. Dabei reichen nationale Expertise und politischer Wille zur Kooperation nicht mehr aus. Angehende Entscheidungsträger/-innen müssen zu nehmend komplexere Führungsaufgaben in einem sich rasch wandelnden, eng vernetzten und globalisierten Umfeld wahrnehmen können.

In der Gemeinsamen Erklärung zum 40. Jahrestag des Elysée-Vertrags am 22. Januar 2003 haben der deutsche Bundeskanzler und der Präsident der französischen Republik ihre Minister deshalb beauftragt, gemeinsame Ausbildungsprogramme insbesondere für den höheren Dienst zu schaffen, um die gegenseitige Kenntnis der administrativen Praxis und die Effizienz der gemeinsamen Arbeit in den öffentlichen Verwaltungen der beiden Länder zu verbessern. Anlässlich des deutsch-französischen Ministerrats am 26. Oktober 2004 haben die damals zuständigen Minister eine "Vereinbarung über die Einführungsphase eines gemeinsamen Qualifizierungsprogramms im Bereich der öffentlichen Verwaltung zur Vorbereitung auf europäische und internationale Aufgaben" unterzeichnet (Foto).

Ein Jahr später, am 3. Oktober 2005 konnte in Paris der erste Studiengang gestartet werden, der am 20. Oktober 2006 in Berlin seinen erfolgreichen Abschluss fand: 24 Teilnehmer und Teilnehmerinnen erhielten erstmalig den Abschluss "Master of European Governance and Administration/Master Européen de Gouvernance et d'Administration" verliehen (Foto). Nach dem zweiten MEGA-Kurs, für den der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker die Patenschaft übernahm und dem 3. MEGA-Kurs "Javier Solana" (Fotos - hier), hat Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble den 4. Jahrgang 2009 bei einer Feierstunde verabschiedet.  Die Absolventen des 5. Jahrgangs "Ulrich Wickert" wurden am 25. Oktober 2010 von Dr. Ole Schröder, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesinnenminister,  zur Überreichung ihrer Diplome ins Bundeshaus des BMI in Berlin eingeladen (Fotos - hier).

Der 6. MEGA-Kurs "Simone Veil" hatte am 4. Oktober 2010 mit dem Basismodul an der ENA und der Sorbonne begonnen. Die Graduierungsfeier hat am 02. Dezember im Bundeshaus stattgefunden, die Urkunden wurden persönlich von der Staatssekretärin im Bundesministerium des Innern, Frau Cornelia Rogall-Grothe, überreicht. Fotos hier.

Aktuelles zum Studiengang: hier.

Eröffnung des 6. MEGA-Programm am 4. Oktober 2010 an der ENA, Paris.

Die Alumni berichten...

Dr. Caroline Dostal, Deutschland (MEGA 2007), Bundesministerium der Finanzen, Grundsatzfragen der europäischen Finanzmarktintegration, Berlin:

"Ich habe mich aus zwei Gründen für MEGA entschieden: Zum einen war es für mich wichtig, noch einmal eine berufliche Auslandserfahrung zu machen, zum anderen haben mich die Inhalte des Programms besonders gereizt. MEGA bot für mich als Juristin die Möglichkeit, weitergehende Kompetenzen im Management und in der Politikwissenschaft zu erwerben. Die Teilnehmerzahl, die auf Klassengröße beschränkt ist, macht die interkulturelle Erfahrung besonders intensiv und ich konnte eine sehr persönliche und „intime“ Kenntnis von Frankreich erlangen - so wie es mir bei keinem vorherigen Frankreichbesuch gelungen war. MEGA war für mich eine sehr nützliche und tiefgehende Weiterbildung und die erworbenen Kenntnisse empfinde ich als Bereicherung in meiner täglichen Arbeit. Wenn man Europa wirklich ernst nehmen will, braucht man solche Programme wie MEGA."


Dr. Thomas Weithöner (MEGA 2006), Leiter des Kultur- und Minderheitenreferates, Deutsche Botschaft Bukarest:

"MEGA war eine einzigartige Erfahrung. Als junger Diplomat interessierte ich mich sehr für die detaillierten Informationen über die französische und deutsche Koordination der EU-Politik, die verschiedenen Verwaltungstraditionen und -kulturen sowie die unterschiedlichen theoretischen Politikansätze. Besonders interessant waren auch die praktischen Lehrinhalte, u.a. Change management, Überwindung psychologischer Barrieren bei Reformprojekten, interkulturelle Kommunikation. Ein Höhepunkt war der Praxisaufenthalt als Austauschbeamter an der ständigen Vertretung Frankreichs bei den Vereinten Nationen. Die französischen Kollegen haben mich sehr gut in ihre tägliche Arbeit integriert. Außerdem wurde mir die Verantwortung übertragen, in Verhandlungen die französische Regierungsposition zu vertreten – was kann man mehr erwarten?"


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